Nepal: von der maoistischen Bodenreform zur Bodenspekulation

Denkt man an Nepal, kommen einem vielleicht drei Dinge in den Sinn. Erstens liegt hier das Dach der Welt, das Himalaya-Gebirge. Zweitens waren es sehr häufig Nepalesen, die auf den Baustellen der WM 2022 in Katar tödlich verunglückten. Und drittens führten die nepalesischen Maoist*innen einen der letzten blutigen Bürgerkriege der jüngeren Geschichte der kommunistischen Bewegung. Noch heute führt der Vorsitzende der maoistischen Nepalesischen Kommunistischen Partei, Pushpa Kamal Dahal (Kampfname: Prachanda), das Land als Ministerpräsident. Doch seine Macht bröckelt. Jacob Rinck lebte lange Zeit in einer nepalesischen Kleinstadt und hat mit Angehörigen aller Klassen und Kasten gesprochen. Er erzählt eine spannende Geschichte, wie maoistischer Aufstand, Arbeitsmigration, Bodenspekulation, Kastensystem und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zusammenhängen.

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Eine kleine Geschichte des Huhns im Kapitalismus

Wäre der Spätkapitalismus eine Mahlzeit, so wäre er sehr wahrscheinlich ein Chicken Nugget. Da mittlerweile fast alle Restbestandteile eines Huhns im Nugget verarbeitet werden können, wurde der konkrete Inhalt sogar so beliebig gegenüber seiner Form geworden, dass vegane Chicken Nuggets quasi nicht vom „Original“ zu unterscheiden sind. Doch nicht nur das Chicken Nugget ist ein hochverarbeitetes Produkt. Das Huhn selbst hat 250 Jahre Kapitalismus auch nicht ohne Veränderung überstanden.

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Was das globale Proletariat eint

Warum kämpfen sowohl die sozialen Bewegungen der kapitalistischen Zentren und der Peripherie gegen den Freihandel? Ließe sich auch nicht eine global gerechte Handelsordnung etablieren? Andrea Ricci möchte mit Hilfe des Konzepts des ungleichen Tauschs zeigen, warum der Kampf gegen den Freihandel die lohnabhängigen Klassen weltweit einigen könnte. Er schließt damit an eine Debatte an, die im letzten Jahr in der “Capitalism Nature Socialism” eröffnet wurde.

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Wie erneuerbare Energien den Kolonialismus in Mexiko erneuern

Vergangene Woche wurde mit Claudia Sheinbaum nicht nur die erste Präsidentin Mexikos und zugleich die erste jüdische Präsident*in Südamerikas gewählt, sondern auch eine ausgebildete Klimaforscherin. Sie gilt als Ziehtochter des scheidenden Präsidenten Obrador, dessen Politik sie weiterzuführen versprach; außer, dass sie den energiepolitischen Fokus noch stärker auf erneuerbare Energien setzen wolle. Sheinbaum versprach dabei, weniger auf die Kräfte des Marktes zu setzen, private Beteiligungen am Energiemarkt zu deckeln und staatlich Milliarden zu investieren. Dass der Ausbau der erneuerbaren Energien in einem multiethnischen Land mit bis heute prägender kolonialer Geschichte ein riesiges politisches Problem ist, zeigte Carlos Tornel von der Universität in Durkham.

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