Rosa-Luxemburg-Konferenz 2023: eine kleine Vorschau

Vom 13.-15. Januar findet auch in diesem Jahr wieder das Luxemburg-Liebknecht-Wochenende statt, das seinen Höhepunkt mit der Gedenkdemonstration am Sonntag ab 10:00 Uhr vom U-Bahnhof Frankfurter Tor zum Friedhof der Sozialisten findet. Seit vielen Jahren ist auch die Rosa-Luxemburg-Konferenz, die von der Tageszeitung junge Welt veranstaltet wird, fester Bestandteil des Wochenendes. Wir stellen an dieser Stelle mit Wen Tiejun, Aminata Traore und Nikolai Platoschkin drei Referent*innen der diesjährigen Konferenz vor. Die Biographien sollen exemplarisch illustrieren, in welche Richtung sich die diesjährige Konferenz entwickelt und wie plural und praxisnah die diesjährigen Gäste verortet sind.

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Konkreter Marxismus konkret (2/2)

Unter der Klammer des “konkreten Marxismus” versammelte die Dezember-Ausgabe der International Critical Thought mehrere Aufsätze zu marxistischen Ansätzen aus verschiedenen Ländern der Erde. Hier sollen drei Ansätze vorgestellt werden, die alle eine andere Form der Konkretisierung umfassen. Zum einen die konkrete Anwendung auf ein Land – Vietnam. Dann die Anwendung auf eine Phase des Kapitalismus – den Spätkapitalismus. Und die Anwendung durch einen konkreten Denker – Samir Amin. Abschließend soll diskutiert werden, was alle drei konkreten Formen des Marxismus überhaupt noch gemeinsam haben, um unter einem gleichen Begriff zusammengefasst werden zu können. Teil 2 von 2.

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Konkreter Marxismus (1/2) – Saving Deng Xiaoping

Die International Critical Thought fragte in seiner Dezember-Ausgabe nach dem Marxismus in seiner konkreten Form. In mehreren Artikeln sollte das Spannungsverhältnis zwischen abstraktem und konkretem Marxismus ausgelotet werden. Den Auftakt machten der Utopieforscher Antonis Balasopoulos aus Zypern und der marxistische Calvinist Roland Boer, Professor an der Schule des Marxismus der Technischen Universität Dalians in China, mit einer undankbaren Aufgabe. Sie verteidigten den Dengismus. Ganz konkret.

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Von Dissenz und Klärung: Der Kommunismus-Kongress

Die Streitfragen der kommunistischen Weltbewegung klären und eine aktionsfähige proletarische Partei aufbauen. Nicht weniger hat sich die Kommunistische Organisation (KO) seit 2018 vorgenommen. Einen wesentlichen Schritt zur Umsetzung dieser Ziele sollte der Kommunismus-Kongress spielen, der am vergangenen Wochenende im ND-Gebäude in Berlin stattfand. Konnte er dazu beitragen? Ein kleiner, subjektiver Bericht.

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Jurassic Capitalism

Ist Russland imperialistisch? Diese Frage diskutieren drei Vertreter*innen der post-sowjetischen Schule des kritischen Marxismus: Aleksandr Buzgalin, Angrej Kolganov und Olga Barashkova. In einem 2016 von der ökonomischen Fakultät der Lomonosow Universität in Moskau herausgegebenen und in der International Critical Thought von Renfrey Clarke übersetzten Dossier analysierten sie sowohl die Charakteristika des modernen Imperialismus, als auch die Rolle Russlands in diesem. Wenngleich sie mit Herz an der Sache hängen, fordern sie auf, einen kühlen Kopf zu bewahren. Sie sehen die juristischen Formen und geopolitischen Interessen in dem Konflikt nur als nachgeordnete Momente an und stellen die Analyse der russischen Klassengesellschaft im globalen Imperialismus in das Zentrum.

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Marxismus in Russland

In den letzten Wochen sind einige Artikel erschienen, wie sich „russische Marxisten“ im Ukrainekrieg positionieren. In der Regel verurteilen sie den Krieg, geißeln das Putin-System als protofaschistisch und gehen auf Distanz zur KPRF. Aber was ist eigentlich „russischer Marxismus“? Gibt es nur einen? Wie einflussreich ist er in Wissenschaft und Politik?
In der aktuellen Critical Sociology geben Wissenschaftler*innen aus Moskau und St. Petersburg einen Überblick über den akademischen Marxismus in Russland. Insbesondere Olga Barashkova zeichnet in einem Artikel die unterschiedlichen Strömungen mit ihren Leitideen und -figuren nach. Sie geht insbesondere auf die Strömung der post-sowjetischen Schule des kritischen Marxismus ein.

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It´s Big in Japan

Das Kapitel zum kaufmännischen Kapital haben Marx und Engels auch sehr unprominent imvierten Abschnitt des dritten Bandes des Kapitals versteckt. Dort fällt es zwischen dem tendenziellen Fall der Profitrate und der trinitarischen Formel auch nicht weiter auf. Nicht so in Japan. Hier liefert sich der akademische Marxismus seit 50 Jahren eine intensive Debatte über die Rolle des kaufmännischen Kapitals in der Gesamtreproduktion des Kapitals. Shinya Shibasaki von der Hokusei Gakuen Universität und Kei Ehara von der Universität in Oita haben die Debatte in der Capital&Class Revue passieren lassen. Sie verfolgen diese vom bekannten japanischen Marxisten Kozo Uno über seinen Schüler Shigekatsu Yamaguchi bis hin zu aktuellen Ansätzen. It´s a big thing in Japan.

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Debatte: Die Pyramide ist nur die Spitze – die Imperialismusdiskussion in der KO (II)

Mitte April ging die Imperialismusdiskussion innerhalb der Kommunistischen Organisation in ihre zweite Runde. Mittlerweile hat die Vollversammlung der KO die Imperialismusfrage zum Hauptgegenstand des im September stattfindenden Kommunismus-Kongresses gemacht. Die Frage hat also Gewicht. Da die Anzahl der Beiträge allein seit dem 10. April mehr als ein Dutzend teilweise recht langer Texte beträgt, soll hier für Eilige kurz der Diskussionsstand dargestellt werden. Teil 2 einer kleinen Diskussionsschau.

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Debatte: Die Quadratur der Pyramide – Die Imperialismus-Diskussion der KO

Der russische Angriff auf die Ukraine spaltet das linke Lager seit Wochen. Während der Großteil sich immer noch gegen Waffenlieferungen und Sanktionen positioniert, besteht vielerorts Uneinigkeit über den Charakter des Krieges. Die Meinungen reichen von einer berechtigten Reaktion Moskaus auf die Ausbreitung der NATO bis hin zur Charakterisierung Russlands als imperialistisch. In diese Debatte intervenierte die Kommunistische Organisation, eine Abspaltung der DKP, mit sechs zur Diskussion gestellten Beiträgen. In folgendem Artikel sollen die argumentativen Grundzügen der Debattenbeiträge kurz vorgestellt und solidarisch diskutiert werden.

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