Revolution … stand in unsren Tweets

⋄ Die letzten beiden Jahrzehnte waren die revolutionsreichsten der Menschheitsgeschichte und kaum einer hat dies besonders zur Kenntnis genommen.

Dies liegt daran, dass die Revolutionen ihren Charakter grundlegend geändert haben. Sie finden häufiger in Wellen statt, sind jedoch auch meist oberflächlich.

⋄ Leonid Grinin und Andrey Korotayev haben untersucht, ob es eine neue Generation an Revolutionsforscher*innen braucht und ob es sie bereits gibt.

⋄ Sie betrachten die Umbrüche des Arabischen Frühlings als Prototypen der modernen Revolutionen: anfangs demokratisch orientiert und im Verlauf fluid entlang der materiellen Klasseninteressen.


⋄ Noch stecke die fünfte Generation in den Kinderschuhen, könne aber mit Weltsystemtheorie und moderner Datenanalyse die aktuellen Probleme bewältigen.
So sieht im 21. Jahrhundert wohl keine Revolution mehr aus

„Willkommen in interessanten Zeiten“ betitelte Slavoj Zizek vor einigen Jahren noch ein Buch. „Willkommen in revolutionären Zeiten“ würde es wohl heute heißen. Tatsächlich war kaum eine Zeit vorher dichter und reichhaltiger mit Revolutionen gespickt als die nach dem Zusammenbruch des Neoliberalismus durch die Weltfinanzkrise. Aber sie verstecken sich besser. Es ist nicht leicht zu unterscheiden, ob es sich bei einer Platzbesetzung um sozialen Protest, den Beginn einer Revolution oder ein aufgeblähtes, durch die richtigen Kanäle verstärktes Medienevent handelt. Da für Marxist*innen und Kommunist*innen die Revolution quasi zum theoretischen und besser praktischen Handwerkszeug gehört, lohnt sich eine Blick in die aktuellen Entwicklungen in der Revolutionsforschung.

Leonid Grinin und Andrey Korotayev von der Russischen Akademie der Wissenschaften haben aus einer Reihe von Rezensionen aktueller revolutionstheoretischer Literatur Trends, Fragen und Aufgaben der Disziplin zusammengefasst. Sie beobachteten dabei die langsame Entstehung einer fünften Generation der Revolutionsforschung. Ihr Beitrag erschien in der Critical Sociology.

Die bisherigen vier Generationen der Revolutionsforschung

Bevor es eine akademische Revolutionsforschung gab, musste erst eine gewisse Vorarbeit geleistet werden; nämlich Revolution zu machen. Und natürlich wurden diese Revolutionen auch von den Zeitgenossen bereits mehr oder weniger kritisch reflektiert. Hier seien zunächst natürlich die Protagonisten der Französischen Revolution zu nennen, die je nach politischer Zugehörigkeit ein kritischeres oder euphorischeres Fazit zogen. Während insbesondere die Frühsozialisten die sozialen Versprechen der Revolution nicht eingelöst sahen und sich in neue Wolkenschlösser egalitärer Utopien flüchteten, versuchten insbesondere die bürgerlich-konservativen Kreise die Freiheit des Kapitals mit den traditionellen Interessen der Grundbesitzerklasse zu vereinbaren. Ein Jahrhundert nach der Französischen war es die Strahlkraft der Oktoberrevolution, die weltweit Hoffnungen und Ängste befeuerte. Doch auch hier war die Distanz der Rezipient*innen noch zu gering, um sich der Phänomene wissenschaftlich fundiert zu nähern.

Die erste vergleichende Revolutionsforschung bildete sich somit erst Mitte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus. Diese Strömung beschrieb die Französische, Amerikanische, Glorreiche und Russische Revolution jeweils aus der Schwäche der jeweiligen staatlichen Systeme heraus. Beliebt war es, Revolutionen in Phasen einzuteilen und als weitestgehend wesensgleich zu betrachten. Bekannt hier ist beispielsweise die Interpretation des flachen Zarenstaates der eine rasche Machtübernahme erlaubt habe, während das Französische Ancien Regime ja überhaupt erst den modernen Nationalstaat geschaffen hatte. Die Schwäche des Staates reichte also als Erklärungsmuster nicht aus.

Die zweite Generation der Revolutionsforscher sah daher den Wandel sozialer Beziehungen, die traditionelle Eliten gegen aufstrebende Gesellschaftsschichten in Widerspruch setzte, als maßgeblich für Revolutionen an. Insbesondere würden neue soziale Beziehungen auch zu neuen Bewusstseinsformen gegenüber Kultur, Wissenschaft und Politik führen, die sich mit den althergebrachten Machtstrukturen nicht mehr vereinbaren ließen. Neue Identifikationsmuster und Ansprüche riefen hier das Volk auf die Barrikaden.

Doch auch in dieser Interpretation gab es einen blinden Fleck. Jede Nation war eingebettet in ein internationales System, dass auf eine Revolution reagierte oder überhaupt die Bedingungen für diese schuf. Dass diese Generation mit den 60er Jahren aufkam, lag in der Beobachtung der antikolonialen Revolutionen begründet, in der sich die Autonomiebestrebungen gegen die einstigen Kolonialmächte häufig mit einer sozialen Dynamik verbanden. Beispiele wären Kuba, Vietnam oder noch früher Korea. Staaten, Klassen und Eliten seien dabei jeweils eingebunden in größere Systeme, die maßgeblich auf die revolutionären Bewegungen einwirkten. Dieser Ansatz war allerdings noch stark strukturalistisch geprägt, indem er sehr einseitig Machtsysteme als Reaktion auf das globale Umfeld interpretierte.

Doch auch dieses Konzept gab noch Rätsel auf. Insbesondere in der postsowjetischen Zeit wurde beobachtet, dass als recht homogen angesehene Systeme sich sehr unterschiedlich entwickelten. Die Hoffnung, mit dem Sieg des amerikanistischen Imperialismus über die sozialistischen Alternativen am Ende der Geschichte angekommen zu sein und dass nur noch eine Reihe demokratischer Revolutionen anstünde, erwies sich schnell als Fehlschluss. In der vierten Generation der Revolutionsforschung wurde daher ein verstärkter Blick auf die Vermittlung zwischen internationalen Entwicklungen und nationalen Systemen geworfen; die kulturelle und ideologische Dimension trat stärker in den Vordergrund.

Eine fünfte Generation?

Was hat sich also geändert, dass die aktuellen Revolutionen, von denen der Arabische Frühling die bekannteste ist, nicht mehr durch die alten Konzepte wissenschaftlich hinreichend beschrieben werden können? Erstens muss die steigende Anzahl an Revolutionen gegenüber dem 20. Jahrhundert erklärt werden und auch, warum diese Entwicklung weder in den Medien, noch in der Forschung auf das zu erwartende Interesse gestoßen ist. Zweitens sind die heutigen Revolutionen weniger tief und berühren die soziale Basis immer weniger. Während also politische Revolutionen zugenommen haben, haben die sozialen sogar überproportional abgenommen. Der Trend gehe weg von den großen Revolutionen mit großem R zu weniger tiefgründigen mit kleinem r. Drittens fänden Revolutionen immer weniger gewalttätig statt. Anstatt mit Gewehren Parlamente und Postämter zu besetzen, wird der öffentliche Raum okkupiert, zu dem auch ohne Waffengewalt Zugang besteht. Das heißt allerdings nicht, dass in der Folge revolutionärer Umwälzungen, auch wenn diese nur die Oberfläche berühren, nicht lange und blutige Kriege bzw. Bürgerkriege, wie in Syrien oder der Ukraine folgen können.

Viertens sei eine Zunahme so genannter demokratischer Revolutionen zu beobachten, aber nicht in dem trivialen Sinne, wie Samuel Huntington es vorausgesehen habe. Vielmehr sei der Ruf nach Demokratie ein häufiger Ausgangspunkt von Revolutionen, der immer weiter verlassen werde, sobald sich im Verlauf die materiellen Klasseninteressen herauskristallisierten. Das führt fünftens zur zunehmenden Bedeutung von Symbolen. Dabei gehe es weniger darum, neue Symbole als Kennzeichen neuer Klassenherrschaften zur Dominanz zu bringen, sondern traditionelle Symbole neu zu besetzen, wie etwa die Nationalflaggen oder religiöse Topoi. Dies drückt sich auch sechstens in der Zunahme von Farbrevolutionen aus, deren Charakteristikum es ist, in peripheren oder halb-peripheren Ländern weniger das politische System zu ändern, sondern einen Kurswechsel zwischen den geopolitischen Blöcken in Gang zu setzen, der durch die institutionalisierten Wege versperrt scheint.

Siebtens würden sich die Wellen von Revolutionen häufen. Das sei achtens mit der zunehmenden Globalisierung revolutionärer Bewegungen verbunden. Eine erfolgreiche Revolution in einem Land kann Hoffnungen und Ängste in den Nachbarregionen oder in Ländern in ähnlicher geopolitischer Situation auslösen, was zur einer stärkeren Involvierung bis hin zu Interventionen staatlicher und nichtstaatlicher Art führen kann. Und dazu seien neuntens natürlich die modernen Kommunikationsmittel eine wesentliche Grundlage. Quasi live können revolutionäre Bewegungen oder traditionelle Eliten ihre Narrative teilen, während früher erst nach Tagen oder Wochen von Umstürzen gemeldet wurde. Somit gelangen mehr, aber auch mehr widersprüchliche Informationen nach außen, die je nach Resonanzräumen unterschiedlichen Widerhall finden. Das erklärt wiederum auch den verstärkten Kampf um Symbole.

Alle die genannten Punkte sind miteinander verwoben und viele sind nicht neu, sondern haben sich in radikalisierter Version neu konstituiert. Diese Interdependenz führt zehntes zu einer Konvergenz der einzelnen revolutionären Erscheinungen. Und abschließend hat sich auch der Ort von Revolutionen verlagert, die fast ausschließlich nur noch in der tiefen oder Halbperipherie des imperialistischen Weltsystems zu finden sind.

Wasserscheide Arabischer Frühling

Der Prototyp einer modernen Revolution ist nach Grinin und Korotayev der arabische Frühling. Auch dieser begann als eine demokratische Bewegung, in der die symbolische Besetzung von Plätzen eine zentrale Rolle spielte. Die tragende Gesellschaftsschicht war eine junge, gut ausgebildete, aber arbeitslose Klasse, deren gestiegenen Erwartungen die alten gesellschaftlichen Reproduktionsmechanismen kein materielles Gegenstück mehr bieten konnten. Allerdings waren jeweils traditionelle – ob säkulare oder religiöse Eliten – nicht schwach genug, um ihnen durch die beschriebenen Protestformen, die Herrschaft über die materielle Basis zu entreißen. Auf Grund der unvollendeten Modernisierung war die neue liberale Schicht nicht in der Lage, eine verlässliche Alternative zu herkömmlichen Organisationsformen zu bieten. Die entstandenen Pattsituationen endeten entweder im Scheitern der Aufstände, in blutigen Bürgerkriegen oder in Befriedungsdiktaturen. Aber was soll nun durch die bisherigen Generationen der Revolutionsforschung nicht erklärt werden können?

Der wesentliche neue Aspekt ist, dass die sozialen Systeme, Klassenbeziehungen und ideologischen Überbauten so komplex und aufeinander abgestimmt sind, dass sich kaum noch prognostische Aussagen treffen lassen. Vielmehr sind instabile paretooptimale Klassenkompromisse und -allianzen zustande gekommen, deren Aufbrechen kaum voraussagen lässt, welche dominanten Tendenzen sich aus den Brüchen ergeben werden.

Aus dieser neuen Problemlage ergäben sich nun für eine fünfte Generation der Revolutionsforschung mehrere Konsequenzen. Erstens dürfe Revolution nicht mehr als ein kurzfristiger gewaltsamer Akt, an dessen Ende eine neue stabile Klassenordnung stünde, begriffen werden, sondern als ein integraler Prozess, der durch die Freisetzung verschiedenster und widersprüchlicher Dynamiken kurzfristig nur vorübergehende, aber keine endgültigen Ergebnisse zeitigt. Daher dürfe Revolution auch nicht mehr als singuläres Ereignis mit eigenen Regeln, sondern als innerhalb der gesellschaftlichen Spielregeln selbst verwurzelt angesehen werden. In etwa so: Wo populare Regime keine Chance zu einer Veränderung per Wahlzettel lassen, zwingt der Gang der Geschichte eben zu außerinstitutionellen Machtwechseln. Das mache es auch wesentlich schwerer, zwischen Revolutionen und anderen Protestformen zu unterscheiden. Und das hat ganz praktische Konsequenzen. Die herrschenden Gesellschaftsfraktionen können zwischen beiden immer weniger unterscheiden, sodass sie gar nicht als revolutionär ausgelegte partielle Protestformen fehlinterpretieren und niederschlagen, was dann teilweise erst die revolutionären Bewegungen aus der Taufe hebt.

Um vor allen Dingen die globale Komponente von Revolutionen besser zu erfassen, müssten weltsystemtheoretische Aspekte noch stärker berücksichtigt werden als früher. Revolutionen könnten nicht mehr als rein national oder regional addressiert angesehen werden. Da sich durch die beschriebenen Veränderungen der Charakter von Revolutionen selbst verändert habe, bräuchte es auch eine neue Systematik, über deren genaues Aussehen die Autoren noch keinen Aufschluss geben können, der aber zu entwickeln sei, um seinen Gegenstand überhaupt noch begreifen zu können. Allerdings stünden hierzu der neuen Generation mehr quantitative und qualitative Informationen und Methoden zur Verfügung als jemals zuvor. Datenanalyse müsse auch höchstem Niveau betrieben werden, um Muster zu erkennen, die zu komplex für menschliches Schließen seien. Und als letztes sollte das Gewicht bei der Bewertung von Revolutionen nicht alleine auf der Frage liegen, ob ein revolutionäres Event erfolgreich war oder nicht, sondern was der Erfolg oder Nichterfolg für die Menschen der post-revolutionären Zeit bedeutete.

Zusammenfassung

Um diesen Parforceritt durch hundert Jahre Revolutionsforschungsgeschichte zusätzlich zur Skizzierung des Kommenden mal auf drei für Marxist*innen interessante grundlegende Aussagen runterzubrechen, fangen wir beim trivialsten an. Eine sozialistische Revolution wird irgendwie in eine globale Welle politischer Umbrüche eingebettet sein. Das muss Barrikadenromantik gar nicht ausschließen, aber sie wird nur noch zur Fußnote wesentlich abstrakterer Prozesse degradiert werden. Daher werden auch internationale Entwicklungen in den Klassenkonstrukten zunehmend genauso wichtig wie die nationalen.

Die zweite Lektion wäre, dass das Spiel mit der Symbolik viel feiner gelernt und organischer verwandt werden muss. Referenzen an die Oktoberrevolution oder an andere kommunistische Codices müssen anachronistisch wirken und können nur noch kleine Subkulturen zusammenhalten. Klassenanalyse muss zunehmend auch in den Blick nehmen, welche Symbole sich zur Ansprache welcher Klassenkonstellationen eignen, ohne inhaltlich zu große Abstriche an den Zeitgeist zu machen. Die Rechte ist in Deutschland hier der Linken meilenweit voraus, indem sie Symbole wie die schwarz-rot-goldene Fahne, Länderfahnen oder Begriffe zunächst besetzt und dann ihre Bedeutung in die gewünschte Richtung verschiebt. Die Linke ist hier noch klinisch.

Und drittens entspinnt sich gerade aus dem klassenübergreifenden Charakter der modernen Revolutionen in dialektischer Manier die Bedeutung der Klassenfrage neu. Gerade weil die sozialen und politischen Formationen so fluid und interdepedent sind, ist nur noch die Klassenanalyse in der Lage, Strukturen aufzuspüren. Oder abstrakt gesagt: Wenn die Erscheinungen zunehmend verschwimmen, wird das Wesen kapitalistischer Gesellschaften wieder wichtiger.

Literatur:

Grinin, L. & Korotayev, A. (2024): Is the Fifth Generation of Revolution Studies Still Coming? In: Critical Sociology. Online First. DOI: 10.1177/08969205241245215.


Ein Kommentar

  1. Wer ist die aufstrebende soziale Klasse?

    Gute Frage?

    Gerade in Russland, jetzt aber auch in Georgien, wurden Gesetze erlassen, um den Einfluss ausländischer Agentätigkeit zu unterbinden.

    Wo hat je eine der früheren Revolutionen zu echter Demokratie geführt?

    Nicht mal die Französiche Revolution hat Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit erzeugt.

    Man muss sogar sagen, die Kapitalisten sind selbst nicht frei geworden, sie sind den Zwängen eines blinden Marktes unterworfen worden.

    Die Theorie von Marx wurde auch von den Professoren im Auftrag des Kapitals studiert und ebenso die Möglichkeiten der geistigen Manipulation. Letzteres ist heute die Fachdisziplin der Komunikationswissenschaften.

    Natürlich haben sich diese Leute auch überlegt, wie sie der drohenden sozialen Revolution ausweichen können.

    Ebenso, wie sie die Zwänge eines freien Marktes abschütteln können, indem Konzerne und Großbanken sich im Finanzkapital verbündet haben, die Konkurrenz auszuschalten und sich die Parteien zu Vasallen zu machen, damit diese die bürgerliche Schein-Demokratie als Mittel der faschistoiden Gleichschaltung funktionalisieren können.

    Diejenigen, die das heute im Verborgenen betreiben, sind Schattenbanken wie BlackRock.
    Diese sind keinesfalls staatlich reguliert. Das heiß, kein Finanzminister der Welt kennt die Risiken, die in diese Schattenbanken existieren.

    Demokratie setzt Freiheit und die Fähigkeit der Gestaltung voraus.
    Demokratie ist aber auch die Herrschaft der Mehrheit, aber es muss eine intelligente Mehrheit sein.

    Bisher arbeitete Politik mit Propaganda, weil die Mehrheit der Bevölkerung komplizierte Sachverhalte nicht versteht.

    Der frühere Staatssozialismus wollte und hat auch auf Bildung viel Wert gelegt und doch hat dieser kein emanzipiertes Volk erzeugt und die Zeitung war voll mit Propagande.
    Demokratie braucht die praktische Erfahrung der eigenen Selbstwirksamkeit.

    Man darf die Fehler nicht nur bei den anderen suchen, man muss auch fragen, was man selbst falsch macht. Wer die Macht glaubt zu haben, verliert die Fähigkeit zur Selbstkritik.

    Was bedeutet es, wenn eine der mächtigsten Religionen forderte, Du sollst Deine Feinde lieben?
    Also prktisch haben das die wenigsten Christen getan, obwohl es Einzelbeispiele, etwa das Asyl von beiden Honeckers im Haus eines Pfarrers in der DDR.

    Meine Antwort besteht darin, die Ursachen der Feindschaft zu verstehen.
    Man kann und muss nicht nur aus seinen eigenen Fehlern lernen, man kann auch aus den Fehlern von Freunden und von Feinden lernen.
    Und schließlich kann man lernen, wie man frühere Feinde zu Verbündeten machen kann.

    Es gibt inzwischen kluge Leute, die manches sichtbar werden lassen, wie es nicht funktionert:

    https://freiheitsfunken.info/2024/05/08/22007-aristokratie-reloaded-am-hof-der-dummen

    Aber der Artikel hat mindestens eine schwere Schwachstelle.

    Glaubt wirklich jemand, dass die, die das Kalifat ausrufen möchten, eine Chance haben, an die Macht zu kommen?

    ISIS wurde doch von der CIA erst geschaffen, mit Geld und Waffen ausgerüstet, um gegen Syrien in den Krieg zu ziehen.

    Sämtliche Farbenrevolutionen sind von NGOs vom Ausland mittelbar oder direkt mit Geld von den Regierungen an Oligarchen finanziert worden. Poroschenko, die Gasprinzessin und nun Selenenskyj.
    Da sehen wir, welches Ziel diese Revolutionen haben.

    Die Ausdehnung der Macht des globalen Kapitals unter der Dominanz der USA.

    Also unsere Freunde in Russland würde ich mal bitten, zu beantworten, warum der Staatssozialismus das Oligarchentum hervorgebracht hat und warum Putin das Land nur als Zar und Oberboss der Oligarchen führen muss.

    Ich sage gar nicht, dass das sein freier Wille war, er ist lediglich dem gefolgt, was er als Geheimdienstler über die Welt erfahren hat, auch über Deutschland.
    Das Wichtigste war, er musste den Ausverkauf der Ressourcen des Landes durch den Alkoholiker Jelzin stoppen.

    Was ist das für ein Volk, das dem Jelzin nachgerannt ist und Gorbatschow zum Verräter abgestempelt hat, obwohl seine Forderung nach Glasnosth und Perestroika richtig war.

    Was hat den damaligen Außenminister Schewardnadse so vom Pfad der sozialistischen Idee weggebracht?

    Ich meine, schon Lenin hat so einen Unsinn in die Welt gesetzt, dass die Sowjets und die Elektrifizierung des Landes den Kommunismus bedeuten würden.

    Das ist reine religiöse Propaganda, die nicht nur in der Verkürzung falsch ist, sondern inhaltlich und praktisch.

    Die Arbeiter und Soldatenräte wurden entwaffnet, militärisch bekämpft und unter die Kontrolle der Parteiführung gestellt.
    Elektrifizierung ist die Technologie, die den Kapitalismus der 1 industriellen Revolution auf eine höhere Stufe gebracht hat, also von der Dampfmaschine zum Elektromotor.
    Also menschliche Arbeitskraft als Antriebsform wurde nun nicht mehr mit dem Transmissionsriemen der Dampfmaschine potenziert, sondern mit dem Eletromotor.
    Solche Motoren sind heute so klein und präzise steuerbar geworden ist, dass man einem Roboter eine künstliche Hand anbauen kann, die ein Ei nicht zerdrückt und es im Flug durch die Luft einfangen kann, ohne es zu beschädigen.

    Damit begreifen wir, was Fortschritt in den Produktivkräften bedeudet.

    Putins ganzes Studium des ML hat er weggeworfen und sich mit der Kirche verbündet, also mit jener Religion, die in Russland offensichtlich stärker ist, als bei uns.

    Man versteht es und ich hatte mal diesen AHA-Effekt, als mal ein einfacher Russe in einer Doku über Russland sinngemäß gesagt hat, wir wissen nicht, wie wir etwas besser machen können.
    Deshalb müssen wir unserer Führern vertrauen.

    Aber diese neue moderne Welt ist so komplex, dass diese kein Führer steuern kann.

    Die USA haben wahrscheinlich das umfangreichste und mächtigste allsehende Auge der Welt, was nutzt aber ein allsehendes Auge, wenn das Gehirn, das hinter dem Auge sitzt, gar nicht mehr versteht, was es sieht.

    Ich greife hier auch auf Leute zurück, die sagen wir mal auf einem Stand der Bildung sind, der immer hin zum Prof. gereicht hat und die hochaktuelle Vorgänge analysieren.

    https://freiheitsfunken.info/2024/05/18/22038-politik-das-beste-wahlkampfvideo-fuer-trump-kommt-aus-dem-biden-lager

    Der Artikel ist gut und berechtigt. Er ist auch verständlich für viele Leute, denke ich.

    Er erklärt aber nicht, und wie es zur Inflation kommt.

    Er erklärt auch nicht, wie es historisch zur Staatsverschuldung gekommen ist und welche Rolle das FIAT-Geld dabei spielt.

    Dass die FED gar keine staatliche Bank ist, fehlt auch.

    Dann müsste man mal fragen, warum die Banken an der Verschuldung von Staat und Bürgern interessiert sind.

    Die Lösung fehlt natürlich auch, aber wenn all diese Fragen beantwortet werden, kann die Lösung gefunden werden.

    Es ist tatsächlich möglich.

    ich will jetzt nicht zu viel schreiben.

    Die sexuelle Revolution hat keine soziale Revolution hervorgebracht.
    Der Feminismus hat den Klassenkampf durch den Geschlechterkampf eretzt.
    Der Genderismus hat den Begriff der Freiheit auf das Niveau von Dekadenz und Verblödung reduziert.
    Die Grüne Transformation als Ersatz für die echte Revolution hat die Kriegswirtschaft wieder hervorgebracht und den Krieg.

    Dabei gäbe es eine Lösung für die Ukraine, wenn Ost und West der Ukraine erlauben würden, das Modell vom i-Markt auszuprobieren, aber dazu müsste es einehinreichend starke Partei in der Ukraine geben, die das Oligarchentum durch echte Demokratie ersetzt.

    Natürlich müsste die Ukraine jeden Schuldendienst an die einstellen, die sie in diesen Krieg getrieben haben.

    Jede Verhandlungslösung muss den Betroffenen Sicherheit geben, dass sie souveran ihr Land selbst aufbauen können, ohne andere zu bedrohen oder zu betrügen. Und die Ukraine hat auch Russland betrogen, ohne jeden Zweifel.

    Wohin führt die grenzenlose Freiheit von Kapital?
    Ich würde es nicht Super-Ausbeutung nennen, es ist schlicht Machtmissbrauch, Betrug, Diebstahl, ungerechtfertigte Bereicherung und am Ende des Finanzfaschismus könnte der Massenmord stehen.

    Aber dazu reicht über einen hinreichenden Zeitraum, dass Frauen und/oder Männer ihre Fruchtbarkeit verlieren.

    Es gibt ja Leute, die waren in ihren Gummibaum verliebt und hatten damit Sex.
    Keine Ahnung, wie das geht, muss ich auch nicht wissen.
    Ich hoffe, der Gummibaum hat das überlebt. Also es gab ja mal eine Sendung des WDR mit Domian, da waren solche Typen Gesprächspartner.

    Also wer die notwendige soziale Revolution verstehen will, muss die Revolution in den Produktivräften erst mal verstehen.
    Welche Klassenstruktur wir dann brauchen, wäre zu fragen bezüglich der vierten industriellen Revolution, die eigenlich die erste Revolution ist, die alle bisherigen Erfahrungen in Frage stellt.
    Also welce Fähigkeiten müssen die Menschen haben, um mit diesen Herausforderungenfertig zu werden.

    Die Vorstellung, Roboter würden dann alle ernähren ist wohl ziemlich naiv.

    Marx hat auch gesagt, die Arbeit hat den Menschen erst erschaffen, das bedeudet streng logisch nach den Gesetzen der Mathematik, kein Mensch – keine Arbeit.
    Aber selbst die Affen sind nicht drum herum gekommen, Werkzeuge zu benutzen und jede Jagd ist Schwerstarbeit, oft ohne Lohn (Futter).

    Menschliche Arbeit ist aber heute hoch vergesellschaftete Arbeit, Arbeit ist Verasgabung von Energie, was ist wenn Energie menschliche körperliche und geistge Arbeit ersetzen kann.?

    Man könnte mit Marx sagen, der Mensch tritt mehr und mehr aus dem unmittelbaren Produktionsprozess heraus.

    Aber hebt das Arbeit auf, oder hebt das die Lohnarbeit auf, geht das in einem Schritt oder ist das ein evolutionäer Prozess, der die Lohnarbeit tendenziell sinken lassen kann, während freie Arbeit steigt?

    Können wir die unterschiedlichen Rollen, die eine Gesellschaft erzeugt, so ausgestalten und definieren, dass der kapitalistische Grundwiderspruch von Arbeit und Kapital verschwindet?

    Erinnern wir uns, Kapital ist nicht nur Geld sondern ein gesellschaftliches Machtverhältnis.

    Welche Eigenschaften müssen Menschen entwickeln, dass sie die Funktionen der Arbeiter als Klasse und die Funktionen der Kapitalisten im Produktions- und Reproduktionsprozess ausfüllen können, ohne dabei in der Segregation der Gesellschaft zu landen?

    Welche Form von Geld brauchen wir, um eine volkswirtschaftliche Übersicht zu gewinnen, die Planung zukunftsicher machen kann.

    Pläne werden heute viele gemacht, aber welcher Plan kann funktioneren.

    Müssen wir heute den Marxschen Wertbegriff erweitern? Ich meine ja.
    Einmal ist schon immer in der Physik Arbeit und Energie dasselbe, praktisch ist jede menschliche Arbeit Verausgabung von Muskel und Hirn Verausgabung von menschlicher Energie.
    Jede Form von Arbeit wird zunehmend durch den sinnvollen Einsatz von Energie ersetzt.
    Es wäre also durchaus eine anwendbare These, für jede Energieform, die in der Produktion materieller Güter eingesetzt wird, einen eigenen Reproduktionspreis zu ermitteln und jeder sinnvollen und effizienten Verwendung von Energie auch eine Wertschöpfung zuzubilligen.

    Damit könnten wir echte Naturkosten als auch soziale Kosten in Reproduktionspreisen berücksichtigen.

    So hätten wir eine neue Methodik der wirtschaftlichen Rechnungsführung.

    Buichhaltung benütigt einen stabilen Wertmaßstab, und saubere Buchungssätze.
    Also wie kann Geld wieder werthaltig werden?

    Schließlich löst sich dann die Wertstruktur einer Ware auf in jene Teile, die individuell und jene die gesellschaftlich verteilt werden müssen, um die Reproduktion des Individuums, der materiellen Basis und des Überbaus der Gesellschaft zu ermöglichen.

    Logisch, dass das andere Produktionsverhältnisse voraussetzt. Das ist die rechtliche Seite der Revolution, dann erst kann wieder Evolution einsetzen.

    Staatseigentum was nicht funktioniert hat, durch Organisationseigentum ersetzen, also Aktiengesellschaften in Organisationsegentum umwandeln.
    Die Börse abschaffen, in dem die Finanzialisierung durch die Demokratiserung der Akkumulation ersetzt wird.
    Den Schutz der eigenen Währung ermöglichen, das Land und die Menschen entwickeln.
    Das Geld in seinen Funktionen wieder herstellen, um Transparenz, Planungssicherheit und demokratische gesellschaftliche Kontrollen volkswirtschaftlicher Prozesse zu ermöglichen.

    Die Emanzipation der Werktätigen zum Träger der Evolution machen.

    Für die Revolution brauchen wir lediglich eine polische Mehrheit, wenn der Weg klar ist.

    Meine Herangehenweise ist die des DHM und macht diese Philosophie wieder zur wissenschaftlichen Handwerkzeug von Zukunftgestaltung. Dogmatismus ist mit DHM unvereinbar, auch das ist eine Lehre, die wir ziehen müssen, indem wir unsere früheren Denkfehler aufarbeiten.

    Diese Zeit und die negativen Erfahrungen der realen Entwicklung vom angeblichen Ende der Geschichte ermöglichen es uns heute, sachlich und mit Verstand unsere eigene Geschichte zu verstehen.

    Eine Revolution kann ihr Ziel nicht erreichen, wenn die Macher der Revolution nicht wissen, wozu sie die errungene Macht gebrauchen müssen und dann von einem anderen vermeintlich Starken gerettet werden wollen. Also wir waren 1989 auch nicht schlauer als Putin oder andere.

    Aber die Russen haben 1989 die militärische Besatzung Deutschlands beendet und das verpflichtet zur Solidarität mit dem russischen Volk.

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