Gramsci kam nur bis Tunis

Die 1980er Jahre gelten als der Wendepunkt, ab dem säkulare Regime allmählich durch islamistische Bewegungen herausgefordert und abgelöst wurden. So setzten die von den Moscheen angeführten Brotaufstände in Tunesien 1984 unter Druck, die Erhöhung der Lebensmittelpreise zurückzunehmen. Sowohl die progressiv-islamische als auch die marxistische Intelligenz waren von der Wucht des Aufstands überrascht worden und diskutierten mit Gramscis Konzept des organischen Intellektuellen ihre eigene Rolle. Florian Keller skizzierte die Diskussion in den Interventions am Beispiel der beiden Journale Outruhat und Revue 21/15 nach.

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Sind informelle Arbeiter*innen in Afrika die neuen schlesischen Weber?

In Afrika formieren sich wieder politische und soziale Bewegungen, die antiimperialistisch ausgerichtet sind und die mit Verstaatlichungen, Preisfestsetzungen oder Lohnerhöhungen die unmittelbaren Interessen der Arbeiter*innen adressieren. Manch einer träum schon von neuen sozialistischen Revolutionen. Aber wer wäre das revolutionäre Subjekt? Die Industriearbeiterschaft ist marginal. Der Großteil arbeitet als formell freie, aber reell unter das Kapital subsummierte Bauern. Dazu kommen hunderte Millionen an Kleinhändlern. Können diese wirklich ein revolutionäres Klassenbewusstsein ausbilden?

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