Deutsche Kommunistische Debatte (1/2): die DKP, der Faschismus und die antimonopolistische Strategie

In den letzten Jahren hat die kommunistische Szene in Deutschland einen massiven Wandel erlebt. Sie ist nicht nur größer geworden, sondern entsprechend der sich verändernden globalen Kräfteverhältnisse und ihrer Auswirkungen auf Deutschland haben sich auch Strukturen, Themen und Strategien gewandelt. Hier sollen zwei aktuelle Debatten beleuchtet werden. Eine findet in der DKP und eine in der KO(.org) statt und beide haben sehr unterschiedlichen Charakter, obwohl sie miteinander verflochten sind. Teil 1 von 2.

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Ukrainian History X: The Past in unwritten

In einer Zeit, in der der Krieg in der Ukraine andauert und materialistische Stimmen gegen jene ankämpfen müssen, die alles schon immer gewusst haben, hat Volodymyr Ishchenko ein ganz besonderes Buch herausgebracht. Eine Anthologie vergangener Artikel ist an sich nichts Besonderes. Normalerweise sind die Gegenstände der Artikel aber bereits geronnene Geschichte und politisch irrelevant. Towards the Abyss wird aber in einer Zeit veröffentlicht, in welcher Einschätzungen des Maidan, der Regierung Selenskys und dem Kriegsbeginn immer noch als politische Statements gelesen werden. Ein Buch gegen das Vergessen.

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Der vulgäre Brecht

Bertolt Brechts Werk ist im doppelten Sinne für seine Vulgarität bekannt. Erstens bediente er sich gerne kraftausdrucksreicher Gossensprache, um die soziale Realität unverblümt auf die Bühne zu bringen. Zum anderen gilt er als jemand, der seinen Marxismus nicht durch schöngeistige und spitzfindige Interpretationen ausdrückte, sondern durch einfache, geradezu vulgäre Fragen: Wem gehört was? Wer profitiert und wer zahlt die Rechnung? Aus diesem Grunde eignet sich Brecht besonders hervorragend als Gegenstand einer Fallstudie zu Potential, Grenzen und Kritik des Vulgärmarxismus, was die Rethinking Marxismus auf einem Kongress kürzlich diskutieren ließ. Neil Levi arbeitete dabei den Begriff des „groben Denkens“ bei Brecht heraus, einmal in seiner Existenz als Vorurteil durch eine einflussreiche Rezension Walter Benjamins und einmal in seiner werkimmanenten Rolle.

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Der Faschismus früher und heute

Ein Gespenst geht um in der Welt … das Gespenst des Faschismus. Ob Trump in den Vereinigten Staaten oder Putin in Russland. Ob die AfD in Deutschland oder die Hamas in Palästina. Überall ist man schnell mit der Charakterisierung als faschistisch, obwohl hinter diesem Begriff offensichtlich sehr unterschiedliche soziale Formationen versammelt sind. Insbesondere die sozialdemokratische und liberale Linke macht den Faschismus meist nur an antiliberalen oder autoritären Erscheinungsformen fest. Carlos Eduardo Martins von der Bundesuniversität in Rio de Janeiro hat den Aufstieg und die aktuelle Schwächephase des Bolsonarismus hautnah miterlebt. Er argumentiert, dass die Trennung von Liberalismus und Faschismus zu falschen Erkenntnissen der Linken führt. In der Critical Sociology stellte er eine Faschismustheorie vor, die den Faschismus als eine Verlaufsform mit mehreren sich logisch abwechselnden Klassenformationen ansieht.

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Die globale Rechte zwischen Konservatismus und Faschismus

Das vergangene Jahrzehnt war die Hochzeit der Neuen Rechten. Vom Front National bis zum Einigen Russland, von den Schwedendemokraten im Norden bis hin zum Bolsonaro-Regime im Süden. Überall bestimmte die Rechte Diskurse, erzielte Wahlerfolge und erzeugte Angst vor einem aufkommenden Neofaschismus. Die beiden Soziologen Mihai Varga aus Berlin und Aron Buzogány aus Wien haben in der aktuellen Critical Sociology die ideologischen Grundlagen der Neuen Rechten näher analysiert.

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