Stadt, Land, Wert

Auf dem Dorf gehen die Uhren anders. Heißt das auch, dass es einen anderen Wertbegriff auf dem Land gibt, wenn Wert gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist? Oder lassen sich die Besonderheiten der Agrarökonomie durch Konstrukte wie Grundrente, Differentialrente oder Produktions- und Zirkulationszeiten beschreiben, die bei Marx eigentlich Besonderheiten der Industrieproduktion adressieren sollten? Und was bedeutete das für soziale und politische Klassenformationen? Die aktuelle F – Philosophy, Theory, Models, Methods and Practice sammelte verschiedene Aufsätze, die sich mit Versuchen einer Konzeptionalisierung des Stadt-Land-Dualismus auseinandersetzen.

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Zement, in Gold verpackt: Venezuela, Raubbau und der marxistische Kunstbegriff

Abstrakte Kunst ist ein adäquater Ausdruck einer Gesellschaft sein, deren gesellschaftliche Verhältnisse einen so hohen Abstraktionsgrad eingenommen haben, dass sie im Wesentlichen durch Objekte vermittelt werden, ohne, dass es noch auffällt. Esperanza Mayobre hat solche Objekte zum Zentrum ihrer Installationen gemacht: vergoldete Zementblöcke. Was diese über das Verhältnis von Mensch und Natur und die Goldindustrie in Venezuela lehren, arbeitete Santiago Acosta im Journal of Latin American Cultural Studies heraus.

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Eine kleine Geschichte des Huhns im Kapitalismus

Wäre der Spätkapitalismus eine Mahlzeit, so wäre er sehr wahrscheinlich ein Chicken Nugget. Da mittlerweile fast alle Restbestandteile eines Huhns im Nugget verarbeitet werden können, wurde der konkrete Inhalt sogar so beliebig gegenüber seiner Form geworden, dass vegane Chicken Nuggets quasi nicht vom „Original“ zu unterscheiden sind. Doch nicht nur das Chicken Nugget ist ein hochverarbeitetes Produkt. Das Huhn selbst hat 250 Jahre Kapitalismus auch nicht ohne Veränderung überstanden.

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