Back to School: Schlaglichter moderner marxistischer Didaktik

Wie wird man eigentlich Marxist*in? Didaktik ist hier eine nicht unerhebliche Frage, wenn es darum geht, wie kritische Geister einen Einstieg in die recht anspruchsvolle und gegen alle herrschende Ideologie gerichtete Materie des Marxismus bekommen. In der aktuellen Review of Radical Political Economy wurden zwei dutzend Aufsätze zur Didaktik heterodoxer ökonomischer Theorie gesammelt. An dieser Stelle sollen fünf Konzepte vorgestellt werden, die alle Antwort auf die Frage suchen: Marx, warum soll ich mich mit dem noch beschäftigen?

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Weil Klatschen nicht reicht: Deutscher Care-Extraktivismus

Die COVID-Pandemie hat vielen Menschen wieder ins Bewusstsein gerufen, wie wichtig der Gesundheitssektor für die Gesellschaft ist. Dass allerdings der landesweite Applaus nicht reichen würde, wurde schnell kritisch geäußert. Die Arbeitsbedingungen mit Schichtdienst, zu wenigen Stellen pro Patient und eher geringen Löhnen hat dazu geführt, dass der Beruf seit Jahren kaum noch attraktiv für junge Menschen ist. Die Lücke zwischen benötigten Stellen und freien Arbeitskräften wächst beständig. Daher wirbt die Bundesregierung seit mehreren Jahren um ausländische Fachkräfte. Inwiefern es dabei wirklich so etwas, wie ein Ethical Recuitment gibt oder ob die Abwerbung dieser Arbeiter*innen nicht einen Brain Drain von der Peripherie in die Zentren verursacht, erörterten Tine Hanrieder und Leon Janauschek in der Review of International Political Economy.

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Eine kleine Geschichte des Huhns im Kapitalismus

Wäre der Spätkapitalismus eine Mahlzeit, so wäre er sehr wahrscheinlich ein Chicken Nugget. Da mittlerweile fast alle Restbestandteile eines Huhns im Nugget verarbeitet werden können, wurde der konkrete Inhalt sogar so beliebig gegenüber seiner Form geworden, dass vegane Chicken Nuggets quasi nicht vom „Original“ zu unterscheiden sind. Doch nicht nur das Chicken Nugget ist ein hochverarbeitetes Produkt. Das Huhn selbst hat 250 Jahre Kapitalismus auch nicht ohne Veränderung überstanden.

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Epidemie Depression und der Wert des Lebens

Welchen Wert haben Medikamente und Krankheiten in verschiedenen Kulturen? Warum wird Depressionen im Westen ein ganz anderer Wert beigemessen als im Osten? Und wie kommt er überhaupt zustande; der Wert? Stefan Ecks entwickelte in seinem Buch „Living Worth: Value and Values in Global Pharmaceutical Markets“ ein Konzept des Wertes, mit dem er auch den Begriff von Karl Marx zu widerlegen glaubt.

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Der Jugend die Welt

Rosa Luxemburg schrieb einst, dass die Jugend die hellste Flamme der Revolution sei. Sie gilt als begeisterungsfähig, progressiv, aktiv und weitestgehend frei von den Sorgen des Alltags. Ihr ist einiges zuzumuten und zuzutrauen. Gleichsam ist sie rebellisch, sucht ihre eigenen kulturellen Ausdrucksformen und lässt sich nicht so leicht vereinnahmen, wie es zuweilen Absicht der Herrschenden war. Die aktuelle Social History warf einen Blick auf die verschiedenen Formen jugendlichen Internationalismus. Sie fragte dabei nicht nur nach den Inhalten, sondern insbesondere nach den Formen.

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Die internationale Forschungsstelle DDR

Um eine vom bürgerlichen Ideologieapparat unabhängige Instanz zur Erforschung des wechselvollen Verhältnisses von DDR und dem nichtimperialistischen Ausland, wurde die internationale Forschungsstelle DDR gegründet. Sie arbeitet in Partnerschaft mit dem Tricontinental Institute for Social Research, das mit klangvollen Namen wie Jeremy Corbyn oder Vijay Prashad verbunden ist. Eine kleiner Abriss über das Institut und seine bisher veröffentlichten Schriften.

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Diagnose: Entfremdung

„Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag.“ lässt im Film The Country Girl Drehbuchautor George Seaton den Sänger Bing Crosby sagen. Alltag im Kapitalismus, das heißt vor allen Dingen Entfremdung. Entfremdung von anderen Menschen, wenn man in seiner Büroparzelle Aufträge abarbeitet; Entfremdung von der Arbeit, wenn Druck und Fremdbestimmung jede Tätigkeit zur Last werden lassen; Entfremdung von der Natur, wenn einem eigentlich egal ist, woher Essen und Kleidung kommen, Hauptsache sie sind bezahlbar. Es wird kaum verwundern, dass so ein Dauerzustand krank machen kann. Im Scandinavian Journal of Public Health entwarfen Emil Oversveen und Conor A. Kelly einen kurzen Abriss über die Entfremdungstheorie in der Gesundheitspsychologie. Sie arbeiteten Leerstellen des klassischen psycho-sozialen Ansatzes heraus und zeigten auf, wie marxistische Theorie in der Lage ist, diese zu füllen.

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