Eine neue marxistische Inflationstheorie

Inflation ist in der tagespolitischen Diskussion das wohl bedeutendste und umstrittenste Thema der Wirtschaft. Außenhandel, Industrialisierung, Sparen oder Konsum … alles hängt ganz wesentlich von der Geldwertstabilität ab. Umso kritischer, dass marxistische Theorien und Kritiken noch nicht so recht Eingang in die Debatte gefunden haben. Stavros Mavroudeas und Athanasios Chatzirafailidis behaupten, das liege daran, dass die marxistische Theorie noch keine konsistente, wirklich auf dem Arbeitswert beruhende Erklärung der Inflation gefunden habe. Mit Hilfe der Marxschen Reproduktionsschemata aus Kapital Band II wollen diese beiden nun die Lücke schließen.

Weiterlesen

Trumps Zollpolitik vor dem Hintergrund des niedergehenden Dollarimperialismus

Es ist in den aktuellen bürgerlichen Medien eine absolute Binsenweisheit: Seit Jahrzehnten habe die USA uneigennützig die Sicherheit in Europa garantiert. Da der amerikanische Steuerzahler nicht mehr länger in die Pflicht genommen werden solle, müsse Europa nun selbst aufrüsten und das leisten, was zuvor die Vereinigten Staaten geleistet hätten. So spricht Trump und so sprechen es die deutschen Politiker*innen bis in die Reihen der SPD nach. Kritisch sind sie nur gegenüber Trumps Befund, dass das US-Außenhandelsdefizit endlich sinken müsse, notfalls mit einer strengen Schutzzollpolitik. Dass die militärische Neuorientierung der USA und die Zollpolitik zusammengehören, erkennen dabei die wenigsten. Ein Blick auf das internationale Währungssystem seit dem Zweiten Weltkrieg verrät aber: das tut es. Jongchul Kim rollte in der WRPE nochmal den roten Faden ab.

Weiterlesen

Im Takt des Geldes? Im Takt der Produktion.

Die Geldmengenpolitik der Europäischen Zentralbank war eines der am heißesten diskutierten Finanzthemen des letzten Jahrzehnts. Junshang Liang und Chengwei Tang haben in der Review of Radical Political Economics aus dem 15. Kapitel des zweiten Kapital Bandes Marxens Konzept des freigesetzten Geldkapitals bei kontinuierlicher Produktion hervorgeholt. Sie argumentieren, dass dieses einen wesentlichen Teil der Geldmenge aus dem Verhältnis von Produktions- und Zirkulationszeit der Waren erklären kann.

Weiterlesen

Wie der Westen dem globalen Süden jedes Jahr 11 Billionen Dollar raubt

Im März 2023 vereinbarten Brasilien und China, ihren Außenhandel zukünftig nicht mehr in Dollar abzuwickeln, sondern in Renminbi Yuan und Real. Auch im Russland-Handel erkennt China den Rubel als Handelswährung an. Gerüchten zufolge arbeitet das BRICS+-Bündnis sogar an einem eigenen Währungssystem. Im Westen wurde dies mit Recht in den Medien als ökonomische Kampfansage verstanden. Aber warum interessiert man sich in der EU oder in den USA überhaupt dafür, in welcher Währung die Länder des globalen Südens untereinander Geschäfte abschließen?

Omar Osman hat in der Frühlingsausgabe der World Review of Political Economy ein Modell der finanziellen Bevorteilung von Ländern mit einer Weltwährung ausgearbeitet. Nach ihm ist der Besitz einer Weltwährung der Hebel zu einem gigantischen Raub am globalen Süden. Die Beute: nicht weniger als 11 Billionen Dollar jährlich.

Weiterlesen

Zur marxistischen Inflationstheorie

Die marxistische Inflationstheorie wurde in den letzten 50 Jahren recht stiefmütterlich behandelt, da das Problem auf Grund stabilen Währungen des imperialistischen Deutschlands von der Euroumstellung abgesehen nie akut war. Dennoch gibt es sie und sie widerlegt bürgerliche Erzählungen von der Lohn-Preis-Spirale. Die Marxistischen Blätter, das Theorieorgan der Deutschen Kommunistischen Partei, hat in ihrer aktuellen Ausgabe die Inflation in den theoretischen, politischen und internationalen Kontext gestellt. Beiträge lieferten spannende Denker der Linken wie Lucas Zeise oder Stephan Krüger. Alle machen deutlich, die Inflation ist nur al Einheit von ökonomischen und politischen Prozessen zu verstehen.

Weiterlesen