Das Huhn im Kapitalismus. Lektion 3. Wertschöpfungsketten

Im letzten Jahr wurde in einer Artikelüberschrift dieses Blogs gefragt, warum das Huhn in die Zirkulationssphäre ging. Nachdem Catherine Oliver 2024 darstellte, dass das Huhn der optimale Fleischlieferant ist, um die Umschlagszeit des Kapitals zu verkürzen und somit dem Fall der Profitrate entgegenzuwirken, hatten Jostein Jakobsen, Mads Barbesgaard und Mariel Aguilar-Støen beleuchtet, wie die Aufrechterhaltung der schnellen Umschlagszeit Monopolkonzerne bevorteilt. Das letztere Autorenkollektiv hat sich nun genauer die Zirkulation von Hühnerprodukten unter dem Fokus der Wertschöpfungskette angeschaut.

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Diagnose: Entfremdung

„Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag.“ lässt im Film The Country Girl Drehbuchautor George Seaton den Sänger Bing Crosby sagen. Alltag im Kapitalismus, das heißt vor allen Dingen Entfremdung. Entfremdung von anderen Menschen, wenn man in seiner Büroparzelle Aufträge abarbeitet; Entfremdung von der Arbeit, wenn Druck und Fremdbestimmung jede Tätigkeit zur Last werden lassen; Entfremdung von der Natur, wenn einem eigentlich egal ist, woher Essen und Kleidung kommen, Hauptsache sie sind bezahlbar. Es wird kaum verwundern, dass so ein Dauerzustand krank machen kann. Im Scandinavian Journal of Public Health entwarfen Emil Oversveen und Conor A. Kelly einen kurzen Abriss über die Entfremdungstheorie in der Gesundheitspsychologie. Sie arbeiteten Leerstellen des klassischen psycho-sozialen Ansatzes heraus und zeigten auf, wie marxistische Theorie in der Lage ist, diese zu füllen.

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