Ursula K. Le Guin: The Dispossessed (hist.-mat. Science Fiction 2/X)

Im vorangegangenen Artikel wurde die historisch-materialisische Science Fiction als ein regelbasiertes Gedankenexperiment beschrieben, welches das Mittel der Fiktion nutzt, um Erkenntisse zu gewinnen, die ohne sie nicht möglich wären. Das ist natürlich reichlich abstrakt und verlangt nach Anwendung. Ein erstes Fallbeispiel soll Ursula K. Le Guins The Dispossessed (dt. Freie Geister) sein. Der Roman zählt als einer der Klassiker, nicht nur der linken, Science Fiction. Im Sinne der obigen Definition soll der Roman als Experiment im engen Sinne verstanden werden. Ursula K. Le Guin starb am kommenden Sonntag vor fünf Jahren.

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Linke, die Zizek mögen, kauften auch dieses Buch

„Dissidents among Dissidents. Ideology, Politics and the Left in Post-Soviet Russia“ von Ilya Budraitski wurde in diesem Jahr für den lsaac-Deutscher-Preis nomminiert. Als studierter Kunst-, Geschichts- und Kunstgeschichtswissenschaftler, Ausstellungskurator über die russische revolutionäre Geschichte, Lehrbeauftragter in Moskau und Aktivist in zahlreichen regierungskritischen Bündnissen ist Budraitskis einer der ersten Ansprechpartner hiesiger linker Medien. Was er schreibt und warum er nicht gewonnen hat, ist Gegenstand der folgenden Rezension.

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Der Lange-Weg des polnischen Marxismus (2/2)

Oskar Lange gilt vielen zeitgenössischen Marxist*innen als eine der spannendsten Persönlichkeiten des polnischen sozialistischen Diskurses nach Rosa Luxemburg. Das Journal Research in Political Economy beschäftigte sich in der diesjährigen Ausgabe genau mit diesem Thema. Werfen wir einen zweiten Blick in die Ausgabe und schauen uns an, was zu Oskar Lange und seinen Nachfolgern geschrieben wurde.

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Marxismus in Russland

In den letzten Wochen sind einige Artikel erschienen, wie sich „russische Marxisten“ im Ukrainekrieg positionieren. In der Regel verurteilen sie den Krieg, geißeln das Putin-System als protofaschistisch und gehen auf Distanz zur KPRF. Aber was ist eigentlich „russischer Marxismus“? Gibt es nur einen? Wie einflussreich ist er in Wissenschaft und Politik?
In der aktuellen Critical Sociology geben Wissenschaftler*innen aus Moskau und St. Petersburg einen Überblick über den akademischen Marxismus in Russland. Insbesondere Olga Barashkova zeichnet in einem Artikel die unterschiedlichen Strömungen mit ihren Leitideen und -figuren nach. Sie geht insbesondere auf die Strömung der post-sowjetischen Schule des kritischen Marxismus ein.

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Kommunismus = Sowjetmacht + Internet

Noch lange nach 1989, als die Begriffe Sozialismus und Kommunismus sich angesichts der Wirtschafts- und Finanz bereits wieder rehabilitiert hatten, trug das Wort Planwirtschaft noch immer einen faden Beigeschmack. Er schmeckte nach Schwerfälligkeit, Anthrazit und sieben Tage Kohlsuppe. Doch angesichts der augenscheinlichen Unfähigkeit marktwirtschaftlicher Konzepte, der Klimakrise Herr zu werden und dem Quantensprung in der Vernetzung und Digitalisierung der Menschen und Dinge, kommt wieder ein bisschen Pfeffer in die Sache.
Just in der ersten Hälfte diesen Jahres veröffentlichte der papyrossa-Verlag zwei Bücher zu Planwirtschaft und Arbeitszeitrechnung: „Plädoyer für die Planwirtschaft“ von Helmut Dunkhase und „Die Gesellschaft nach dem Geld“ von Günther Sandleben.

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Die „Wissenschaft der Logik“ und das „Kapital“ in der Sowjetunion

Manolis Dafermos, Professor für die Epistemologie der Psychologie an der Universität von Kreta und Autor verschiedener Bücher über Dialektikgeschichte hat sich in der aktuellen Capital & Class der Diskussion um Dialektik in der Sowjetunion gewidmet. Herausgekommen ist ein toller Übersichtsartikel, der hier nachgezeichnet und kontextualisiert werden soll. Er zeigt auf, dass die Debatte zu vielen Zeiten plural, kontrovers und produktiv geführt wurde.

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