Protest in Translation

Der „heiße Herbst“ kommt langsam ins Rollen. Doch die Verhältnisse sind kompliziert. Auf Seiten der Linken besteht eine permanente Angst, man könne sich von rechts vereinnahmen lassen. Daher ist es ungeheuer wichtig, sich mit der aktuellen Protestforschung und marxistischen Interpretationen des ideologischen Überbaus moderner kapitalistischer Gesellschaften auseinanderzusetzen.
Eine Theorie, welche hier Beachtung finden sollte, ist die so genannte Regulationstheorie. Sie analysiert, wie sich Gesellschaften politisch, ökonomisch, sozial, ideologisch und ökologisch aufstellen, um Krisen hinauszuzögern, gesellschaftlichen Konsens zu erzwingen und Proteste zu vermeiden.

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Schuften im Boss-Mode

Je weniger man das Gefühl hat, vom Chef rumkommandiert zu werden, desto größer die Jobqualität; so lautet eine einfache Rechnung. Aber stimmt der Zusammenhang überhaupt? Oder nutzen Unternehmen hier nur einen Trick, um Aufgaben, die früher durch gut bezahltes, qualifiziertes Führungspersonal erledigt wurden, auf die einfachen Angestellten abzuwälzen?
Yoko Asuyama von der Waseda-Universität in Japan hat den Zusammenhang vergleichend für 20 Länder untersucht. Für Marxist*innen ist die Frage dahingehend interessant, dass bürgerliche Kritiker*innen behaupten, die Marxsche Entfremdung könne allein auf Industriearbeiter*innen im Taylorismus zutreffen, die keine Autonomie über ihre konkreten Aufgaben besäßen. Mit der modernen Gesellschaft und die Abflachung von Hierarchien hingegen, würden die Arbeiter*innen auch weniger entfremdet.

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It´s Big in Japan

Das Kapitel zum kaufmännischen Kapital haben Marx und Engels auch sehr unprominent imvierten Abschnitt des dritten Bandes des Kapitals versteckt. Dort fällt es zwischen dem tendenziellen Fall der Profitrate und der trinitarischen Formel auch nicht weiter auf. Nicht so in Japan. Hier liefert sich der akademische Marxismus seit 50 Jahren eine intensive Debatte über die Rolle des kaufmännischen Kapitals in der Gesamtreproduktion des Kapitals. Shinya Shibasaki von der Hokusei Gakuen Universität und Kei Ehara von der Universität in Oita haben die Debatte in der Capital&Class Revue passieren lassen. Sie verfolgen diese vom bekannten japanischen Marxisten Kozo Uno über seinen Schüler Shigekatsu Yamaguchi bis hin zu aktuellen Ansätzen. It´s a big thing in Japan.

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Das Ei des Kapitalismus: zum ersten Mal wird eine Monographie Okishios aus dem Japanischen übersetzt

Der Name Nobuo Okishio steht im Marxismus der westlichen Hemisphäre bis heute vor allen Dingen für Okishios Theorem. Nach diesem falle die durchschnittliche Profitrate durch die Einführung neuer Produktionstechniken nicht, wenn die Reallöhne der Arbeiter*innen sich nicht erhöhten. Eine Gruppe japanischer Ökonomen aus Okishios alter Wirkungsstätte Kobe übersetzte sein Spätwerk „The Theory of Accumulation“ 55 Jahre nach der Erstausgabe ins Englische. Ein kleiner Überblick über Okishio und das Buch.

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