Losurdos Erbe

Der Philosoph Domenico Losurdo war ein autoritärer Linker im besten Sinne. Er ergriff Partei gegen einen falschen Universalismus und für eine konkrete Geschichtsinterpretation, die alle inneren Widersprüche des sozialistischen Übergangs mit einschließt. Die International Critical Thought widmet ihre aktuelle Ausgabe dem Leben und Werk Losurdos, dass einen ganzen Besteckkasten an Scheidemessern zwischen opportunistischer Phrase und historischem revolutionärem Bewusstsein bietet.

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Deutsche Kommunistische Debatte (4): Eine „Regierung des Friedens“?

Die zunehmende Breite der Friedensbewegung stellt die marxistische Linke jedoch auch vor Herausforderungen. Nicht nur bleibt die Frage offen, mit wem man zusammen auf die Straße gehen kann. Auch die strategische Perspektive der Friedensbewegung ist umkämpft. Schließlich ist die revolutionäre Linke alleine zu schwach, um dem Monopolkapital irgendetwas entgegenzusetzen. Die DKP hat auf dem letzten Parteitag eine Handlungsorientierung beschlossen, auf die ein friedenspolitisches Strategiepapier folgte. Bei der Vorstellung in Baden-Württemberg löste der stellvertretende Vorsitzende Björn Blach jedoch eine Kontroverse aus, indem er den Begriff einer „Regierung des Friedens“ ins Feld führte. In unregelmäßigen Abständen druckt das Parteiorgan „Unsere Zeit“ seither Beiträge die sich kritisch mit diesem Begriff auseinandersetzen.

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Senken schlechte Terms of Trade die Durchschnittsprofitrate? Es kommt drauf an!

Wie wirken sich denn eigentlich die relativen Preise im internationalen Handel auf die Durchschnittsprofitraten aus? Carlos Alberto Duque Garcia – hier häufig besprochen und mittlerweile Gastprofessor an der Autonomen Städtischen Universität in Mexiko City – hat genau das für vier südamerikanische Länder untersucht. Bestätigt sich auch empirisch, was Marx im dritten Band des Kapitals anklingen lässt: dass der internationale Handel die Profitrate für fortgeschrittene Nationen nach oben und für abhängige nach unten korrigiert?

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Deutscher Imperialismus, erklärt für Nichtmarxist*innen

Die Bundesrepublik Deutschland steht zu Beginn des Jahres 2026 im Zeichen der innenpolitischen Repressionen, der Militarisierung der Politik nach innen und außen, sowi eines allgemeinen Angriffs auf die Rechte und Löhne der Arbeiter*innen. Trotz allem wird der Terminus „imperialistisch“ in der akademischen Forschung weitestgehend vermieden und lediglich von linken Aktivist*innen benutzt. Kai Koddenbrock und Carolin Fiete Norina Voß wendeten dieses Konzept in der New Poltical Economy auf die BRD an, um zu zeigen, wie gut sich die Totalität der Zeitenwende in diesem erklären lässt.

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Radhika Desai und der Wert der Multipolarität

Radhika Desai argumentierte in der diesjährigen Erinnerungsvorlesung an David Gordon, die jährlich von der Union of Radical Political Economists organisiert wird, warum sie Multipolarität als Schritt zum Sozialismus begreift. Ins Zentrum rückt sie dabei eine nur wenig rezipierte Kritik von Marx an Henry Carey, die den Grundrissen angehängt ist

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Warum niedrige Löhne nicht zu mehr Investitionen führen

Mit Javier Milei wurde in Argentinien 2023 ein Popstar der Ultraliberalen und Rechtspopulisten zum Präsidenten gewählt. Er versprach nicht nur, den Staat mit der Kettensäge zu stutzen, sondern vor allen Dingen die Inflation zu bekämpfen. Sein Plan: Durch Senkung der Lohnkosten und Steuern sollten die Profite steigen und so zu neuen Investitionen führen. Die damit einhergehende Ausweitung des Warenangebots könne demnach mit der Geldmengenausweitung Schritt halten, wodurch der Peso stabil bleibe. Allerdings ist die einfache Gleichung Profit = Kapitalakkumulation umstritten. In vielen Ländern des Globalen Südens wurde auf eine „Krise der Überprofitabilität“ oder das „Puzzle der Profite ohne Investitionen“ hingewiesen. Carlos Ibarra versuchte am Beispiel Mexikos dieses Puzzle zusammenzusetzen.

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Klimawandel als Milliardengeschäft für die imperialistischen Staaten

Der Klimawandel ist eine der großen zivilisatorischen Herausforderungen unserer Zeit. Die kapitalistische Produktionsweise ist dabei, alle planetarischen Grenzen zu sprengen; womöglich noch bevor sie gesellschaftlich überwunden wird. Was der freie Markt zerstört, soll er auch wieder reparieren, lautet die Logik der westlichen Regierungen und so erdachte man sich das System des Emissionshandels. Doch selbst Greta Thunberg ist über jahrelange Auseinandersetzung mit den globalen Folgen der unzureichenden Klimapolitik auf die tiefe Verbindung von Imperialismus und Umweltzerstörung gestoßen. Lässt sich auch beziffern, wie stark der Westen vom Emissionshandel profitiert?

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Im Herbst der nigerianischen Automobilindustrie

In Nigeria versucht man sich bereits seit über 50 Jahren am Projekt des Aufbaus einer nationalen Automobilindustrie. Nach einem kurzen Hype in der Mitte der 2010er Jahre bricht diese aktuell aber wieder ein. Peter Labe Atime & Michael I. Ugwueze führten Interviews mit Vertretern aller größeren nigerianischen Automobilwerke, so wie Vertretern des Arbeitgeberverbandes und des Nationalen Automobilentwicklungsrates. Sie zeichnen ein Bild davon, was es heißt, selbst nicht in der Liga der Imperialisten mitspielen zu können.

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Weil Klatschen nicht reicht: Deutscher Care-Extraktivismus

Die COVID-Pandemie hat vielen Menschen wieder ins Bewusstsein gerufen, wie wichtig der Gesundheitssektor für die Gesellschaft ist. Dass allerdings der landesweite Applaus nicht reichen würde, wurde schnell kritisch geäußert. Die Arbeitsbedingungen mit Schichtdienst, zu wenigen Stellen pro Patient und eher geringen Löhnen hat dazu geführt, dass der Beruf seit Jahren kaum noch attraktiv für junge Menschen ist. Die Lücke zwischen benötigten Stellen und freien Arbeitskräften wächst beständig. Daher wirbt die Bundesregierung seit mehreren Jahren um ausländische Fachkräfte. Inwiefern es dabei wirklich so etwas, wie ein Ethical Recuitment gibt oder ob die Abwerbung dieser Arbeiter*innen nicht einen Brain Drain von der Peripherie in die Zentren verursacht, erörterten Tine Hanrieder und Leon Janauschek in der Review of International Political Economy.

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