Sanktionen machen Feinde der Feinde zu Feinden

Es ist eine politische Binsenweisheit, dass man über die wirklichen Auswirkungen von Wirtschaftssanktionen kaum Bescheid weiß. Dabei haben sie sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten politischen Druckmittel jenseits militärischer Interventionen entwickelt. Man sollte daher meinen, die herrschenden Klassen ein bescheidenes Interesse daran haben dürften, mehr über den Nutzen und Schaden zu erfahren. Ein Schelm könnte aber auch vermuten, dass man es gar nicht so genau wissen möchte. Denn betroffen sind in der Regel nicht nur verfeindete Zielländer, sondern auch unabhängige Staaten oder gar Verbündete. Abraham L. Newman und Qi Zhang haben in der Review of Political Economy die Sanktionen 2010 gegen den Iran untersucht und überprüft, wie sie vermittelt wurden und wer von ihnen betroffen war.

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Ein Puzzlestück der revolutionären Geschichte des Iran

Wir schreiben den 8. Februar 1971. Fünf junge Guerillas bringen in der iranischen Provinzstadt Siyahkal einem Mann, der an einen Baum gefesselt ist, sein gestohlenes Auto zurück und zahlen ihm hundert Toman für den entstandenen Schaden. Hinter ihnen liegt ein Angriff auf die Kaserne im Ort, von dem sie mit zehn Gewehren und einem verletzten Genossen zurückkehren. Sie verstreuen sich in die Berge. Das Monatsende wird nur einer erleben. Doch man wird im Iran Epen und Gedichte über die fünf jungen Männer schreiben. Die Studierenden werden ihre Kraft entdecken. Das Regime wird lügen müssen, um die eigene Schwäche zu verstecken. Der Shah wird acht Jahre später gestürzt werden. Die Geschichte der fünf jungen Männer wird als nicht zu leugnender Bestandteil der Islamischen Revolution in die Geschichte eingehen. Eine Buchrezension in einer Zeit des militanten politischen Kampfes der iranischen Jugend.

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